Sicherheit ja – Symbolpolitik nein!
Wieder einmal sollen im Freiburger Stühlinger Parkplätze verschwinden. Dieses Mal lautet die Begründung: die Vermeidung sogenannter Dooring-Unfälle. Das klingt zunächst nachvollziehbar – schließlich hat Verkehrssicherheit oberste Priorität. Doch rechtfertigt dieses Argument wirklich den weiteren Abbau dringend benötigter Parkplätze?
Viele Anwohner haben daran erhebliche Zweifel.
Die Parkplatzsituation im Stühlinger ist schon heute angespannt. Wer abends nach Hause kommt, sucht oft lange nach einem freien Stellplatz. Jeder weitere weggefallene Parkplatz verschärft dieses Problem. Das bedeutet mehr Suchverkehr, mehr Zeitverlust und mehr Frust – ausgerechnet in einem Viertel, das ohnehin unter hohem Parkdruck steht.
Dooring-Unfälle sind ein ernst zu nehmendes Thema. Aber ist die einzig denkbare Lösung wirklich, Parkplätze zu streichen? Es gibt Alternativen: bessere Aufklärung, konsequente Vermittlung des sogenannten Holländischen Griffs beim Öffnen der Autotür, mehr gegenseitige Rücksicht und eine sorgfältige Planung von Verkehrsflächen. Wer sofort Parkplätze entfernt, ohne andere Möglichkeiten ernsthaft zu prüfen oder transparent zu erläutern, vermittelt den Eindruck, dass das Ergebnis bereits feststand.
Viele Bürger empfinden genau das als das eigentliche Problem. Sie haben den Eindruck, dass unter dem Schlagwort der Verkehrswende Schritt für Schritt Stellplätze verschwinden – unabhängig davon, welche Auswirkungen das auf Anwohner, Familien, ältere Menschen, Handwerker oder Gewerbetreibende hat. Das Auto wird dabei häufig pauschal als Problem betrachtet, obwohl es für viele Menschen unverzichtbar ist.
Verkehrssicherheit darf nicht gegen die berechtigten Interessen der Anwohner ausgespielt werden. Eine gute Verkehrspolitik sucht nach Lösungen, die möglichst viele Bedürfnisse miteinander vereinbaren. Sie erklärt ihre Entscheidungen nachvollziehbar, wägt verschiedene Möglichkeiten ab und nimmt die Sorgen der Betroffenen ernst.
Deshalb fordere ich:
* Keine vorschnelle Streichung weiterer Parkplätze in der Escholzstraße.
* Eine transparente Darstellung, wie häufig Dooring-Unfälle an dieser Stelle tatsächlich vorkommen und welche Alternativen geprüft wurden.
* Eine echte Bürgerbeteiligung, bevor unumkehrbare Entscheidungen getroffen werden.
* Verkehrssicherheit durch intelligente Maßnahmen statt durch den reflexhaften Abbau von Parkraum.
Der öffentliche Raum gehört allen – Radfahrern, Fußgängern, Autofahrern und Anwohnern gleichermaßen. Freiburg braucht eine Verkehrspolitik, die verbindet statt spaltet. Wer Akzeptanz für Veränderungen schaffen will, muss die Menschen mitnehmen, anstatt ihnen immer neue Einschränkungen zuzumuten.
Die Escholzstraße darf nicht zum nächsten Beispiel dafür werden, dass ideologische Symbolpolitik über den Alltag der Bürger gestellt wird.

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